Pfarrerin Ulrike Thölke
wurde in den Ruhestand verabschiedet
Verabschiedung von Pfarrerin Ulrike Thölke: „Ich werde den Ruhestand lernen müssen“
Ob der Begriff „Entpflichtung“ für sie passt, wird Pfarrerin Ulrike Thölke noch ausprobieren. „Ich werde den Ruhestand lernen müssen“, ahnt sie. Denn als Tochter eines Pfarrers im nahen Hamminkeln-Wertherbruch ist die kirchliche Arbeit, das Kümmern um andere und der Wunsch, die Liebe Gottes zu jedem Menschen spürbar werden zu lassen, Teil ihrer selbst geworden. Gleichwohl nahm sie nicht den direkten Weg zum Theologiestudium, sondern besuchte mehrere Semester Vorlesungen und Seminare in Psychologie und machte dort eine Therapieausbildung, bevor sie sich schließlich in Heidelberg, Wuppertal und Bochum zur Pfarrerin ausbilden ließ. Ihr Vikariat führte sie nach Wülfrath, einen pfarramtlichen Sonderdienst leistete sie in Wichlinghausen. 2001 kam sie in die Kirchengemeinde Wallach-Ossenberg, dem späteren Wallach-Ossenberg-Borth, feierte Gottesdienste, stand Menschen in schwierigen und schönen Situationen bei, beerdigte Verstorbene, besuchte Angehörige und Erkrankte, gab Liebenden den Segen für ihre Beziehung. Im letzten Jahr ihrer Amtszeit begleitete sie den Weg der Gemeinde Wallach-Ossenberg-Borth in die Fusion von vier Rheinberger Gemeinden in die Ev. Kirchengemeinde am Rheinbogen, die seit dem 1. Januar 2026 existiert.
Als Mitglied engagierte sich Ulrike Thölke im Jugendhilfeausschuss und im Schulausschuss der Stadt Rheinberg und im Aufsichtsrat des Neukirchener Erziehungsvereins. Als Pfarrerin prägte sie den Religionsunterricht und die kirchlichen Feste in den Schulen und Kindergärten und auch in den lokalen Vereinen war sie präsent und gern gesehen. Die nachbarschaftlichen Beziehungen zu den Gemeinden der Region waren ihr ebenso wichtig wie die Ökumene – als die evangelischen Kirchen während Corona wegen der einzuhaltenden Sicherheitsabstände zu klein für Gottesdienste waren, boten die größeren katholischen Kirchen in Borth und Ossenberg den evangelischen Geschwistern Raum. Die Schlosskapelle Ossenberg nutzen beide Konfessionen schon seit Jahren gemeinsam.
Am 13. September 2026 wurde Pfarrerin Ulrike Thölke durch Superintendent Wolfram Syben in einer vollen St. Evermarus-Kirche in Borth entpflichtet und anschließend im Ev. Gemeindehaus in Wallach feierlich verabschiedet. Als Repräsentanten ihrer vielen Wirkungsstätten überbrachten der Bürgermeister der Stadt Rheinberg Philipp Richter und der Präses des Aufsichtsrats des Neukirchener Erziehungsvereins Siegmund Ehrmann in ihren Grußworten Dank und Anerkennung, ebenso der Schulleiter des Amplonius-Gymnasiums Marcus Padtberg, Pfarrer Ralf Lamers als Vertreter der Katholischen Kirchengemeinde in Rheinberg, Dr. Peter Jahns für die benachbarte Ev. Kirchengemeinde Alpen sowie der Vorsitzende des Männergesangsvereins Borth 1922, Frank Maruhn, und der Präsident des Schützenvereins Wilhelm Tell, Frederik Jänicke. Auch ihre Kinder und langjährige Wegbegleiter im Presbyterium der Gemeinde Wallach-Ossenberg-Borth gaben Ulrike Thölke herzliche Worte mit auf den Weg in den Ruhestand.
Als Ulrike Thölke vor 32 Jahren nach dem Abschluss ihres Vikariats ordiniert wurde, lautete ihr Ordinationsspruch aus Sprüche 31,8: „Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind. Tu deinen Mund auf und richte in Gerechtigkeit und schaffe Recht dem Elenden und Armen“. Ihr Ordinationsspruch habe ganz hervorragend gepasst, meint Ulrike Thölke selbst. „Nur wie ich das mit Ruhestand in Einklang bringen soll, weiß ich noch nicht.“
Die erste Gottesdienstvertretung für November hat sie bereits zugesagt.
(Egbert Schäffer, Dr. Roelf Bleeker)
Bildergalerie (zum anschauen anklicken)